Jodbedarf beim Pferd: Wie gelingt eine natürliche und bedarfsgerechte Versorgung?
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Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen in der Pferdefütterung. Der Körper benötigt es vor allem für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Anders als bei einigen anderen Mineralstoffen ist die Versorgung über das Grundfutter jedoch nicht unter allen Standortbedingungen zuverlässig möglich.
Eine Möglichkeit, Jod auf natürliche Weise zu ergänzen, ist Seealgenmehl, beispielsweise aus Knotentang (Ascophyllum nodosum). Doch gerade bei diesem Naturrohstoff lohnt es sich, genauer hinzusehen: Wie viel Jod enthält das Produkt tatsächlich? Und welche weiteren Elemente wurden von der Alge aus dem Meerwasser aufgenommen?
In diesem Beitrag schauen wir uns deshalb an, welche Aufgaben Jod im Pferdekörper übernimmt, wie der Bedarf eingeschätzt wird und worauf bei einer natürlichen Jodversorgung über Seealgen geachtet werden sollte.
Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen und übernimmt verschiedene grundlegende Funktionen im Organismus des Pferdes.
Es ist unter anderem beteiligt an:
Für die Versorgung ist vor allem die enge Verbindung zur Schilddrüse relevant. Sie benötigt Jod zur Synthese der Schilddrüsenhormone T4 und T3. Diese Hormone beeinflussen zahlreiche Stoffwechselvorgänge und sind auch während Wachstum und Entwicklung von Bedeutung.
Ein ausgeprägter Jodmangel kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen. Auch Veränderungen des Allgemeinbefindens, des Appetits und des Haarkleides werden im Zusammenhang mit einer unzureichenden Versorgung beschrieben. Während der Trächtigkeit betrifft eine mangelhafte Versorgung nicht nur die Stute, sondern auch die Entwicklung des Fohlens.
Solche Veränderungen sind allerdings nicht spezifisch für einen Jodmangel. Sie allein eignen sich deshalb nicht dazu, die Jodversorgung eines einzelnen Pferdes anhand äußerer Merkmale zuverlässig zu beurteilen.
Für Pferde wird eine Jodzufuhr von etwa 0,015 mg pro kg metabolischem Körpergewicht (KM⁰·⁷⁵) und Tag empfohlen. Bezogen auf die Gesamtration wird eine Jodkonzentration von ungefähr 0,2 mg pro kg Futtertrockenmasse genannt.
In der praktischen Fütterung muss natürlich die Gesamtration betrachtet werden. Mineralfutter, jodiertes Salz, Algenprodukte und weitere Futtermittel mit zugesetztem Jod tragen gemeinsam zur Gesamtzufuhr bei. Werden mehrere solcher Produkte kombiniert, sollte die Jodmenge der gesamten Ration berechnet werden. Denn eine dauerhaft überhöhte Zufuhr ist ebenso unerwünscht wie eine Unterversorgung.
Der Jodgehalt von Pflanzen hängt stark von den Boden- und Standortbedingungen ab.
Jod wird in niederschlagsreichen Regionen vergleichsweise leicht aus den oberen Bodenschichten ausgewaschen.
Küstenregionen werden dagegen fortlaufend mit Jod aus dem Meer versorgt. Durch Meeresaerosole, Gischt und Niederschläge gelangen jodhaltige Verbindungen aus dem Meer in die Atmosphäre und von dort auf Böden und Pflanzen. Mit zunehmender Entfernung zur Küste nimmt dieser Eintrag ab. Binnenlandböden weisen deshalb häufig geringere Jodgehalte auf als küstennahe Standorte.
Die Jodversorgung über das Grundfutter kann daher insbesondere in küstenfernen Regionen beziehungsweise Gebieten mit niedrigen Bodengehalten knapp ausfallen.
Anders als bei einigen anderen Mineralstoffen wie z.B. Eisen oder Mangan lässt sich eine zuverlässige Jodversorgung deshalb häufig nicht allein durch die Grundversorgung mit Heu erreichen.
Soll Jod gezielt ergänzt werden, kommen sowohl mineralische Jodverbindungen als auch natürliche Quellen infrage. Zu Letzteren gehören vor allem Seealgen.
Braunalgen besitzen alginatreiche Zellwände, die gelöste Ionen aus dem Meerwasser binden können. Auf diese Weise nehmen sie verschiedene Elemente aus ihrer Umgebung auf und reichern einen Teil davon im Gewebe an. Dazu gehört auch Jod.
Der Knotentang (Ascophyllum nodosum) kann auf diese Weise vergleichsweise große Mengen Jod in seinem Gewebe anreichern und wird deshalb als natürliche Jodquelle eingesetzt. Wie viel Jod eine Seealge tatsächlich enthält, ist jedoch nicht immer gleich. Seealgenmehl ist ein Naturrohstoff, dessen Zusammensetzung unter anderem vom Erntegebiet, dem Erntezeitpunkt, den Umweltbedingungen und der Verarbeitung beeinflusst wird. Untersuchungen an Ascophyllum nodosum zeigen entsprechend Unterschiede zwischen verschiedenen Standorten, Ernteperioden und Verarbeitungsschritten.
Für eine gezielte Jodergänzung beim Pferd ist diese Schwankung durchaus relevant. Die Fütterungsmenge sollte sich möglichst daran orientieren, wie viel Jod das konkrete Produkt tatsächlich enthält. Ein pauschaler Durchschnittswert für Seealgenmehl kann deshalb eine grobe Orientierung geben, bildet den Jodgehalt der einzelnen Charge aber nicht zuverlässig ab.
Die Bindungsfähigkeit der alginatreichen Zellwände betrifft allerdings nicht nur Jod. Braunalgen können auch andere im Meerwasser gelöste Elemente aufnehmen und im Gewebe anreichern. Dazu gehören unter anderem Arsen sowie die Schwermetalle Cadmium, Blei und Quecksilber.
Seealgen sind deshalb nicht grundsätzlich belastet, allerdings für eine Schwermetallbelastung deutlich anfälliger als andere Futtermittel. Zurecht werden sie daher häufig in den Medien bezüglich ihrer Schadstoffbelastung, meist im Lebensmittelkontext, diskutiert.
Die tatsächliche Schwermetallbelastung hängt bei Meeresalgen von Spezies, Herkunftsland, Erntezeitpunkt und vielen anderen Faktoren ab. Für die Beurteilung kommt es daher auf die tatsächlichen Gehalte in der jeweiligen Charge an.
Bei der Entwicklung von BiomeJod haben wir uns bewusst für Knotentang (Ascophyllum nodosum) als natürliche Jodquelle entschieden und lange nach einem besonders hochwertigen Rohstoff gesucht. Gleichzeitig war uns wichtig, bei einem schwankenden Naturrohstoff nicht allein mit pauschalen Durchschnittswerten zu arbeiten.
Deshalb wird jede fertige Produktionscharge von BiomeJod nach dem Misch- und Herstellungsprozess analysiert. Bestimmt werden dabei der Jodgehalt sowie die Gehalte relevanter unerwünschter Elemente wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen. So kann die Dosierung auf dem tatsächlich gemessenen Jodgehalt des fertigen Produktes basieren und nicht nur auf einem theoretischen Jodgehalt des Rohstoffs. Die Analysewerte der einzelnen Chargen sind auf unserer Produktseite einsehbar und können über die jeweilige Chargennummer zugeordnet werden.
Die weiteren Bestandteile von BiomeJod ergänzen den Knotentang zu einer vielseitigen pflanzlichen Matrix. Leinpresskuchen, Grasgrünmehl, Aronia, Rote Bete, Basilikum und Petersilie liefern unterschiedliche Faserfraktionen und tragen zur Strukturvielfalt der Rezeptur bei. Gleichzeitig bringen sie pflanzliches Protein sowie natürlicherweise vorkommende Mineralstoffe und Elektrolyte mit, während Meersalz gezielt Natrium und Chlorid ergänzt. Gleichzeitig erfüllt die Rezeptur eine wichtige technologische Funktion: Sie schafft eine gut pelletierbare und alltagstauglich dosierbare Grundlage, in der der jodreiche Knotentang gleichmäßig verteilt werden kann.
Auch bei Jod verfolgen wir den Ansatz, nur das zu ergänzen, was in der bestehenden Ration tatsächlich fehlt und benötigt wird. Bereits vorhandene Jodquellen wie Mineralfutter, jodiertes Salz oder weitere Algenprodukte sollten bei der Berechnung der Fütterungsmenge immer berücksichtigt werden.
Jod ist ein essenzielles Spurenelement und insbesondere für die Bildung der Schilddrüsenhormone unverzichtbar. Gleichzeitig ist die Versorgung über das Grundfutter nicht unter allen Bedingungen zuverlässig gewährleistet.
Knotentang kann eine gute Möglichkeit für eine rein natürliche Versorgung darstellen, wenn gezielt ergänzt werden soll. Gerade weil es sich dabei um einen Naturrohstoff handelt, sollten jedoch zwei Aspekte berücksichtigt werden: Der Jodgehalt kann schwanken und die Alge kann neben Jod auch unerwünschte Elemente aus dem Meerwasser aufnehmen.