Kotwasser beim Pferd: Ursachen, Fütterung und was tatsächlich hilft
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Kotwasser ist für viele Pferdehalter ein bekanntes Problem: Der Kot selbst kann völlig normal geformt sein, gleichzeitig wird jedoch vor, während oder nach dem Kotabsatz eine mehr oder weniger große Menge Flüssigkeit ausgeschieden. Diese läuft häufig an den Hinterbeinen herunter, verschmutzt Schweif und Fell und kann bei stärkerer Ausprägung sogar die Haut reizen.
Doch warum entsteht Kotwasser beim Pferd überhaupt? Die Antwort darauf ist weniger eindeutig, als häufig angenommen wird. Denn Kotwasser ist keine eigenständige Erkrankung mit einer einzigen Ursache. Vielmehr können ganz unterschiedliche Faktoren dazu beitragen, von der Fütterung und der Faserverdauung über Stress bis hin zu Veränderungen des Darmmikrobioms.
Wer Kotwasser langfristig in den Griff bekommen möchte, sollte deshalb nicht nur versuchen, die Flüssigkeit zu binden. Wichtig ist dann, herauszufinden, warum die Verdauung aus dem Gleichgewicht geraten ist.
In der Wissenschaft wird Kotwasser häufig als Free Fecal Water Syndrome (FFWS), Free Fecal Liquid oder Fecal Water Syndrome bezeichnet.
Typisch ist eine sogenannte zweiphasige Ausscheidung: Neben normal geformten Pferdeäpfeln tritt zusätzlich freie Flüssigkeit aus. Sie kann unmittelbar vor oder nach dem Kot, gemeinsam mit diesem oder auch unabhängig davon ausgeschieden werden. Das unterscheidet Kotwasser von einer klassischen Diarrhoe (Durchfall), bei der der Kot selbst weich bis wässrig verändert ist.
Einzelne Tropfen oder kurzzeitig auftretendes Kotwasser müssen dabei nicht zwangsläufig problematisch sein, sondern können gerade z. B. in Phasen von Futterumstellungen normal sein. Wird regelmäßig eine größere Menge Flüssigkeit ausgeschieden oder tritt das Problem über Wochen oder Monate auf, lohnt sich jedoch eine genauere Ursachenforschung.
Kotwasser selbst ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer ein Symptom dafür, dass im Dickdarm etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und die Wasseraufnahme aus dem Nahrungsbrei nicht optimal funktioniert. Die zugrunde liegende Ursache dafür kann dabei jedoch sehr unterschiedlich sein.
Die bisherigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass es sich meist um ein multifaktorielles Geschehen handelt, bei dem verschiedene Faktoren zusammenwirken können. Das erklärt auch, warum ein Futtermittel oder eine Maßnahme bei einem Pferd sehr gut funktioniert und beim nächsten kaum einen Effekt zeigt.
Zu den möglichen Einflussfaktoren gehören insbesondere:
Beim Pferd findet ein großer Teil der Verdauung pflanzlicher Fasern im Blind- und Dickdarm statt. Dort lebt eine sehr komplexe mikrobielle Gemeinschaft aus Bakterien und anderen Mikroorganismen. Diese Mikroorganismen zerlegen Pflanzenfasern, die das Pferd mit seinen eigenen Verdauungsenzymen nicht aufschließen könnte. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat.
Butyrat ist dabei nicht einfach ein Abfallprodukt der Fermentation. Es dient unter anderem den Zellen der Darmschleimhaut als Energiequelle und steht in engem Zusammenhang mit Darmbarriere und intestinaler Homöostase. Ein gesundes Darmmikrobiom bildet Butyrat im Rahmen der mikrobiellen Faserfermentation selbst. Bei einer verminderter Butyratproduktion kann eine gezielte Unterstützung mit postbiotischem Butyrat daher ein möglicher Ansatz sein, vorausgesetzt, diese ist tatsächlich Teil des individuellen Problems.
Die naheliegende Frage ist daher: Spielt das Darmmikrobiom bei Pferden mit Kotwasser eine Rolle?
Die bisherigen Studien liefern hierzu noch kein ganz einheitliches Bild. Mehrere Untersuchungen fanden keine deutlichen Unterschiede in der gesamten bakteriellen Gemeinschaft zwischen Pferden mit und ohne Kotwasser. In einzelnen bakteriellen Gruppen wurden jedoch durchaus Unterschiede beobachtet.
Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung liefert weitere Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Kotwasser und Darmmikrobiom: Hier unterschied sich die bakterielle Zusammensetzung zwischen Pferden mit Kotwasser und gesunden Kontrollpferden, und einzelne bakterielle Gruppen kamen bei den betroffenen Pferden häufiger beziehungsweise seltener vor.
Auch wenn sich Kotwasser damit nicht pauschal auf eine Dysbiose zurückführen lässt, ist das Darmmikrobiom ein sinnvoller Ansatzpunkt, wenn die Verdauung aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine Unterstützung des Darmmikrobioms kann daher gerade bei wiederkehrendem Kotwasser sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn gleichzeitig Hinweise auf eine eingeschränkte Faserverdauung bestehen.
Nicht nur die Menge und Art des Raufutters, sondern auch dessen Struktur kann einen Einfluss auf die Verdauung haben. Besonders grobes, stängeliges oder stark verholztes Heu sowie größere Mengen Stroh stellen höhere Anforderungen an die mechanische Zerkleinerung und die mikrobielle Faserverdauung.
Bevor Mikroorganismen im Dickdarm die pflanzlichen Fasern fermentieren können, muss das Raufutter zunächst ausreichend gekaut und zerkleinert werden. Dadurch wird die Oberfläche der Pflanzenbestandteile vergrößert und für die weitere Verdauung zugänglich gemacht.
Gerade bei älteren Pferden oder bei Pferden mit eingeschränkter Kauleistung kann grobes Raufutter deshalb unter Umständen schlechter verarbeitet werden. Bei wiederkehrendem Kotwasser lohnt es sich daher immer, auch den Kauapparat und den Zahnstatus zu überprüfen.
Im Blind- und Dickdarm übernehmen spezialisierte Mikroorganismen die Fermentation der Pflanzenfasern. Je höher der Rohfasergehalt und je stärker die Pflanzenbestandteile verholzt sind, desto anspruchsvoller ist dieser Prozess. Ist die Faserverdauung nicht optimal angepasst und gelangen größere Mengen schwerer verwertbarer Pflanzenstrukturen in den Dickdarm, kann das mikrobielle Gleichgewicht und die Fermentationsprozesse beeinflussen und bei empfindlichen Pferden mit Kotwasser oder vermehrter Gasbildung einhergehen.
Das ist auch ein Grund, warum größere Veränderungen der Raufutterration möglichst langsam erfolgen sollten. So bleibt dem Mikrobiom genügend Zeit, sich an die veränderte Rohfasermenge anzupassen.
Ein typischer Hinweis auf eine reduzierte Fähigkeit zum Faserverdau kann sein, dass ein Pferd eingeweichte Heucobs deutlich besser verträgt als grobes Heu. Durch die Verarbeitung sind die Pflanzenfasern bereits stärker zerkleinert und damit leichter für die weitere Verdauung zugänglich. In solchen Fällen kann es vorübergehend sinnvoll sein, einen Teil der Heuration durch eingeweichte Heucobs zu ersetzen. Gleichzeitig sollte jedoch nach der Ursache gesucht werden, warum strukturreiches Raufutter schlechter vertragen wird.
Besonders häufig fällt Kotwasser während Futterumstellungen auf. Ein klassisches Beispiel ist der Wechsel von der Weide auf die Winterfütterung.
Während das Pferd auf einer artenreichen Weide viele unterschiedliche Pflanzenbestandteile aufnehmen kann und außerdem die Möglichkeit hat, bestimmte Bestandteile wie junges, weicheres Gras gezielt zu selektieren, besteht die Winterration häufig überwiegend aus einer einzelnen Heucharge. Damit verändert sich nicht nur die pflanzliche Vielfalt, sondern häufig auch die Struktur des Futters. Je nach Weide, Vegetationsstadium und Heuqualität kann Heu einen höheren Anteil an strukturreichen und schwerer verdaulichen Fasern enthalten als das zuvor aufgenommene Gras. Gleichzeitig fällt die Möglichkeit zur gezielten Selektion weitgehend weg. Auch hier kann daher der bereits angesprochene Faserverdau eine wichtige Rolle spielen: Das Pferd und insbesondere die faserverdauenden Mikroorganismen im Dickdarm müssen sich an das veränderte Substratangebot anpassen.
Hinzu kommt, dass mit dem Wechsel von der Weide auf Heu häufig auch die pflanzliche Vielfalt abnimmt. Auf einer vielfältigen Weide stehen unterschiedliche Gräser, Kräuter und weitere Pflanzenbestandteile zur Verfügung, die verschiedene Faserstrukturen und sekundäre Pflanzenstoffe liefern. In der Winterfütterung ist dieses Spektrum meist deutlich kleiner. Für das Darmmikrobiom bedeutet das insgesamt eine deutliche Veränderung des Nährstoff- und Substratangebots. Mikrobielle Gemeinschaften reagieren auf die Zusammensetzung der Ration und müssen sich an die neue Futtergrundlage anpassen.
Deshalb sollten sowohl das Anweiden als auch das Abweiden möglichst schrittweise erfolgen. Gerade Pferde, deren Verdauung ohnehin empfindlich reagiert, können von besonders langsamen Umstellungen profitieren. Auch in der Winterfütterung kann es sinnvoll sein, auf möglichst viel pflanzliche Vielfalt innerhalb einer insgesamt passenden Ration zu achten.
Gerade rund um das Abweiden verändert sich häufig nicht nur die Fütterung, sondern auch der Alltag des Pferdes. Weniger Weidezeit, mehr Zeit auf Paddock oder im Stall, veränderte Fütterungszeiten oder eine stärkere Konkurrenz am Raufutter können zusätzlichen Stress bedeuten. Auch das kann dazu beitragen, dass sich Kotwasser in dieser Phase verstärkt.
Stress ist jedoch nicht nur während solcher Umstellungsphasen relevant. Auch dauerhaft ungünstige Bedingungen können die Verdauung beeinflussen, wie zum Beispiel eine unruhige Herdenkonstellation, zu wenige Fressplätze, lange Futterpausen, fehlende Rückzugsmöglichkeiten oder unzureichende Möglichkeiten für erholsamen Schlaf. Stress kann unter anderem die Futteraufnahme und die Darmmotilität verändern. Interessanterweise wurde in einer Studie auch ein Zusammenhang zwischen Kotwasser und einer niedrigen Position innerhalb der sozialen Rangordnung beobachtet, was die mögliche Bedeutung von sozialem Stress als Einflussfaktor zusätzlich unterstützt.
Bei einem Pferd mit wiederkehrendem Kotwasser lohnt es sich deshalb, nicht nur die Ration, sondern auch die Haltung genauer anzuschauen:
Kann das Pferd ausreichend lange und in Ruhe fressen? Wird es häufig vom Heu vertrieben? Gibt es genügend Fressplätze und Rückzugsmöglichkeiten? Entstehen längere Futterpausen? Hat sich die Herdenzusammensetzung verändert? Und gibt es weitere Situationen, etwa Einstallen, Transport oder Training, die regelmäßig Stress auslösen?
In diesem Zusammenhang sollte auch der Magen mitgedacht werden. Auf den ersten Blick wird Kotwasser meist vor allem mit dem Dickdarm in Verbindung gebracht. Magen und Darm arbeiten jedoch nicht unabhängig voneinander, sondern sind Teil eines zusammenhängenden Verdauungssystems und können sich gegenseitig beeinflussen. Stress, lange Futterpausen und unruhige Fresssituationen können daher nicht nur die Darmfunktion, sondern auch den Magen belasten.
Zeigt ein Pferd zusätzlich Auffälligkeiten wie häufiges Gähnen, Leerkauen, wechselnden Appetit, Empfindlichkeit beim Gurten oder andere mögliche Hinweise auf Magenbeschwerden, sollte dieser Bereich also ebenfalls nicht aus den Augen verloren und bei Bedarf tierärztlich abgeklärt werden.
Auch regelmäßige, ruhige Bewegung kann in diesem Zusammenhang sinnvoll sein. Sie unterstützt die physiologische Darmmotilität und kann gleichzeitig helfen, Anspannung abzubauen. Dabei geht es weniger um intensives Training, sondern vielmehr um möglichst kontinuierliche, natürliche Bewegung über den Tag, zum Beispiel durch freie Bewegung in einer passenden Haltungsform, Spaziergänge oder ruhige Arbeit.
Manchmal liegt der entscheidende Hebel bei Kotwasser daher nicht in einem Ergänzungsfuttermittel, sondern in einer Kombination aus Fütterungs-, Haltungs- und Stressmanagement oder zumindest immer in der ganzheitlichen Betrachtung der individuellen Situation.
Auch ein Blick auf die gesamte Ration kann sich bei länger anhaltendem Kotwasser lohnen. Gerade bei Pferden mit empfindlicher Verdauung wird häufig versucht, mit zusätzlichen Futtermitteln, Mineralstoffen oder Spurenelementen gegenzusteuern. Dadurch kann die Ration schnell sehr komplex werden.
Mineralstoffe und Spurenelemente sind selbstverständlich essenziell, sowohl für das Pferd selbst als auch für die Mikroorganismen im Verdauungstrakt. Gleichzeitig bedeutet eine höhere Zufuhr nicht automatisch eine bessere Versorgung. Entscheidend ist, was das Pferd tatsächlich benötigt und wie viel davon im Dünndarm aufgenommen werden kann.
Daher gilt: Die Menge sollte sich am tatsächlichen Bedarf und den bereits im Grundfutter enthaltenen Mengen orientieren.
Denn Mineralstoffe, die dort nicht vollständig resorbiert werden, gelangen weiter in den Blind- und Dickdarm. Dort treffen sie auf das empfindliche mikrobielle Ökosystem des Pferdes. In höheren Konzentrationen können bestimmte Mineralstoffe eine antimikrobielle Wirkung entfalten und dadurch die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft beeinflussen.
Bei länger anhaltendem Kotwasser kann es deshalb sinnvoll sein, die gesamte Ration einmal kritisch zu betrachten:
Was bekommt das Pferd tatsächlich jeden Tag und wird wirklich jeder Bestandteil benötigt?
Mehr Infos zu unserem Konzept der mikrobiomfreundlichen Mineralsierung findest du auch in unserem entsprechenden Blogartikel:
Die wichtigste Erkenntnis ist: Es gibt nicht die eine Maßnahme, die jedem Pferd mit Kotwasser gleichermaßen hilft. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt davon ab, welcher Faktor beim jeweiligen Pferd im Vordergrund steht. Wir empfehlen daher, systematisch vorzugehen und zunächst mögliche Auslöser zu identifizieren, anstatt zu viel auf einmal zu verändern:
Raufutter überprüfen
Raufutter bildet die Grundlage jeder Pferderation. Achte auf eine hygienisch einwandfreie Qualität und beobachte insbesondere, ob sich das Kotwasser mit einer neuen Heucharge verändert hat.
Reagiert das Pferd stark auf sehr grobes, stängeliges Heu, können eingeweichte Heucobs vorübergehend eine Möglichkeit sein, einen Teil der Ration leichter verdaulich anzubieten. Reagiert es immer am ersten Tag eines neuen Rundballens, kann das auf eine lagerbedingte mikrobiologische Belastung der äußeren Schicht der Ballen hindeuten.
Futterumstellungen langsam gestalten
Plötzliche Veränderungen des Substratangebots stellen auch das Darmmikrobiom vor eine neue Situation. Das gilt für Weide → Heu, Heu → Weide, neue Heuernte, neue Heucharge und Veränderungen beim Krippen- oder Zusatzfutter.
Je empfindlicher ein Pferd reagiert, desto langsamer sollte die Umstellung erfolgen.
Zähne kontrollieren
Vor allem dann, wenn lange Fasern im Kot auffallen, das Pferd beim Kauen Futter verliert, Heucobs deutlich besser vertragen werden oder das Problem erst im höheren Alter auftritt, sollte die Kaufunktion besonders regelmäßig kontrolliert werden.
Stressquellen suchen
Bei stressbedingtem Kotwasser reicht es meist nicht, nur die Fütterung zu verändern. Ausreichend Fressplätze, soziale Stabilität, lange Raufutteraufnahmezeiten, Rückzugsmöglichkeiten und möglichst wenig Konkurrenz am Futter können entscheidend sein. Gerade bei Stress und längeren Futterpausen sollte außerdem auch der Magen im Blick behalten werden.
Die Faserverdauung und Darmbarriere unterstützen
Wenn Hinweise auf eine beeinträchtigte mikrobielle Fermentation bestehen, kann es sinnvoll sein, gezielt die Bedingungen im Dickdarm zu unterstützen. Dabei geht es vor allem darum, ein Darmmilieu zu fördern, in dem sich faserverdauende Mikroorganismen gut etablieren können und wichtige mikrobielle Stoffwechselprodukte wie Butyrat in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Übergangsweise kann auch eine gezielte Zufuhr von Butyrat sinnvoll sein. Dadurch kann der Darmschleimhaut direkt ein wichtiger Energieträger zur Verfügung gestellt und gleichzeitig das Darmmilieu stabilisiert werden. Die zugrunde liegenden Störfaktoren sollten dabei jedoch immer möglichst parallel identifiziert und behoben werden.
Hinweis: Bei einem Butyratprodukt spielt die Formulierung eine wichtige Rolle. Das Butyrat sollte so verkapselt sein, dass es den Magen möglichst unbeschadet passiert und erst in tieferen Darmabschnitten freigesetzt wird. Frei verfügbares Butyrat oder Präparate, die ursprünglich für den menschlichen Verzehr gedacht sind, sind dafür nicht automatisch geeignet.
Flüssigkeitsbindende Futtermittel nur symptomatisch einsetzen
Flohsamenschalen, Bentonit, Zeolith oder bestimmte Ton- und Mineralerden können Flüssigkeit im Verdauungstrakt binden und in manchen Situationen vorübergehend bei Kotwasser hilfreich sein.
Sie verändern jedoch nicht zwangsläufig die Ursache des Kotwassers. Kehrt das Problem nach dem Absetzen wieder zurück, sollte deshalb weiter nach dem zugrunde liegenden Auslöser gesucht werden.
Wenn dein Pferd immer wieder Kotwasser hat, lohnt es sich, zunächst einige Wochen genau zu beobachten und gegebenenfalls ein kleines Tagebuch zu führen. Notiere dabei zum Beispiel:
Häufig wird erst durch solche Beobachtungen sichtbar, welcher Faktor besonders eng mit dem Kotwasser zusammenhängt.
Kotwasser ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom dafür, dass die Verdauung im Dickdarm aus dem Gleichgewicht geraten ist. Welche Ursache dahintersteckt, kann jedoch sehr unterschiedlich sein und häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Deshalb empfehlen wir, bei wiederkehrendem Kotwasser nicht nur auf das Symptom selbst zu schauen, sondern die gesamte Situation des Pferdes mit einzubeziehen: Raufutter und Faserverdauung, Futterumstellungen, Kauleistung, Darmmikrobiom, Mineralstoffversorgung, Stress, Haltung und Bewegung.
Je nachdem, wo die Ursache liegt, können ganz unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Flüssigkeitsbindende Futtermittel können kurzfristig bei Kotwasser unterstützen, beheben aber häufig nicht den Auslöser.
Langfristig sollte das Ziel deshalb nicht nur darin bestehen, das Kotwasser möglichst schnell zu reduzieren. Entscheidend ist vielmehr, die Bedingungen zu schaffen, unter denen sich die Verdauung wieder stabilisieren kann und gleichzeitig die Faktoren zu identifizieren und zu verändern, die das Gleichgewicht im Darm immer wieder stören.
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2. Schoster, A., Weese, J. S., Gerber, V. & Graubner, C. N. (2020). Dysbiosis is not present in horses with fecal water syndrome when compared to controls in spring and autumn. Journal of Veterinary Internal Medicine, 34(4), 1614–1621. https://doi.org/10.1111/jvim.15778
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