Artikel: Berberitzenwurzel in der Pferdefütterung: Inhaltsstoffe, Verwendung und Sicherheit

Berberitzenwurzel in der Pferdefütterung: Inhaltsstoffe, Verwendung und Sicherheit
Die Gewöhnliche Berberitze, botanisch Berberis vulgaris, ist ein in Europa und Asien verbreiteter Strauch. Während ihre roten Beeren vor allem als Lebensmittel bekannt sind, enthalten Wurzel, Rinde und andere Pflanzenteile unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe. Zu ihnen gehört das gelbe Pflanzenalkaloid Berberin.
Berberitzenwurzel wird auch in der Pferdefütterung als Bestandteil pflanzlicher Mischungen eingesetzt. Für die Beurteilung eines solchen Futtermittels ist jedoch entscheidend, welcher Pflanzenteil verwendet wird, wie er verarbeitet wurde und welche Menge der enthaltenen Pflanzenstoffe tatsächlich aufgenommen wird.
Getrocknetes Pulver aus der ganzen Wurzel ist nicht mit reiner Wurzelrinde, einem konzentrierten Extrakt oder isoliertem Berberin gleichzusetzen. Diese Unterscheidung ist sowohl für die Zusammensetzung als auch für die Bewertung der Sicherheit von zentraler Bedeutung.

Berberitzenstrauch mit Früchten
Was ist Berberin?
Berberin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das nicht nur in der Berberitze, sondern auch in anderen Pflanzen wie der Kanadischen Orangenwurzel oder der Oregon-Traube enthalten ist. In der Berberitze kommt es gemeinsam mit weiteren Pflanzenstoffen vor, darunter andere Alkaloide, Polyphenole und Gerbstoffe.
Berberin ist somit nur ein Bestandteil der gesamten Berberitzenwurzel. Ein naturbelassenes Pflanzenpulver besteht aus einer komplexen Pflanzenmatrix und darf nicht mit dem isolierten Reinstoff gleichgesetzt werden.
Bei einem Extrakt werden bestimmte Stoffe gezielt aus dem Pflanzenmaterial herausgelöst und häufig angereichert. Isoliertes Berberin oder Berberin-Hydrochlorid besteht dagegen nahezu ausschließlich aus der konzentrierten Verbindung. Wurzelpulver, Wurzelrinde, Pflanzenextrakt und isoliertes Berberin sind daher vier deutlich voneinander zu unterscheidende Zubereitungen.
Berberitzenwurzel in der internationalen Pferdefütterung
Berberitzenbestandteile und Berberin werden international bereits in unterschiedlichen Pferdeprodukten eingesetzt. Das Spektrum reicht von getrockneter Wurzel oder Rinde über Pflanzenextrakte bis hin zu konzentriertem Berberin-Hydrochlorid.
Ein in den USA angebotenes Ergänzungsfuttermittel enthält beispielsweise 660 mg Berberin-HCl pro Messlöffel. Der Hersteller empfiehlt für ein durchschnittlich etwa 450 kg schweres Pferd zwei Messlöffel täglich und damit insgesamt 1.320 mg Berberin-HCl pro Tag.
Ein Schweizer Hersteller führt Berberin ebenfalls als Inhaltsstoff eines Ergänzungsfuttermittels für Pferde. In Großbritannien wird getrocknete Berberitzenrinde für Pferde mit einer empfohlenen Tagesmenge von 5 g je 100 kg Körpergewicht angeboten, was bei einem 500-kg-Pferd 25 g Rinde täglich entspricht. Ein weiterer Anbieter aus den USA verkauft Berberitzenwurzel und -rinde als Pulver und setzt den Rohstoff auch innerhalb einer Kräutermischung ein.
Diese Beispiele zeigen, dass Berberitze und Berberin in der internationalen Pferdefütterung keine grundsätzlich unbekannten Bestandteile sind. Ihre Existenz auf dem Markt ist jedoch für sich genommen kein Sicherheitsnachweis und sagt auch nichts über die futtermittelrechtliche Einordnung in der Europäischen Union aus.
Vielmehr verdeutlichen die Beispiele, wie unterschiedlich berberinhaltige Produkte sein können. Die Sicherheit eines konkreten Futtermittels kann deshalb nicht allein aus dem Namen „Berberitze“ oder „Berberin“ abgeleitet werden. Entscheidend sind die verwendete Zubereitung, die tatsächliche Konzentration, die empfohlene Dosierung und die Kontrolle des fertigen Produktes.
Welche Form der Berberitze enthält GlucoseCare?
In GlucoseCare verwenden wir bewusst kein isoliertes Berberin, kein Berberin-Hydrochlorid, keinen konzentrierten Berberitzenextrakt und kein reines Wurzelrindenpulver.
Verwendet wird die getrocknete und vermahlene ganze Berberitzenwurzel als Bestandteil einer ausgewogenen Kräutermischung.
Die Position der Berberitzenwurzel an erster Stelle der Zusammensetzung bedeutet lediglich, dass sie innerhalb der Mischung mengenmäßig der größte einzelne Bestandteil ist. Sie erlaubt keine Aussage darüber, wie viel Berberin im fertigen Produkt enthalten ist.
Warum allgemeine Literaturwerte nicht ausreichen
Die Konzentration sekundärer Pflanzenstoffe kann bei natürlichen Rohstoffen erheblich schwanken. Einfluss darauf haben unter anderem die genaue Pflanzenart, der verwendete Pflanzenteil, der Anteil von Wurzelholz und Wurzelrinde, die Herkunft, die Wachstumsbedingungen, der Erntezeitpunkt, die Lagerung und die Verarbeitung.
Besonders die Wurzelrinde kann höhere Alkaloidgehalte aufweisen als die gesamte vermahlene Wurzel. Deshalb kann ein Literaturwert für Berberin in Wurzelrinde nicht ohne Weiteres auf ein Pulver aus der ganzen Wurzel übertragen werden. Ebenso wenig lässt sich aus einzelnen Untersuchungen anderer Rohstoffchargen zuverlässig auf den Berberingehalt eines fertigen Mischfuttermittels schließen.
Eine pauschale Hochrechnung anhand angenommener Literaturwerte ersetzt keine Laboranalyse.
Aus diesem Grund schätzen wir den Berberingehalt von GlucoseCare nicht anhand der Position in der Zutatenliste oder anhand allgemeiner Literaturangaben. Stattdessen wird er für jede einzelne Charge im fertigen Produkt analytisch bestimmt.
Worauf beruht die Sicherheit von GlucoseCare?
Die Sicherheit von GlucoseCare leiten wir nicht allein aus dem Abstand zu einer Modellrechnung und ebenso wenig aus der Tatsache ab, dass auch andere Hersteller Berberitze oder Berberin in Pferdeprodukten einsetzen.
Sie beruht auf der produktspezifischen Bewertung des tatsächlich verwendeten Rohstoffs und des fertigen Ergänzungsfuttermittels.
GlucoseCare enthält die ganze vermahlene Berberitzenwurzel innerhalb einer Kräutermischung und keine auf Berberin konzentrierte Zubereitung. Die Zusammensetzung und die Fütterungsempfehlung sind festgelegt. Der Berberingehalt wird für jede Produktionscharge im fertigen Produkt analysiert und kontrolliert.
Gerade bei pflanzlichen Rohstoffen halten wir diese chargenbezogene Analytik für besonders wichtig. Natürliche Schwankungen lassen sich nicht vollständig verhindern, sie können aber gemessen und bei der Freigabe einer Charge berücksichtigt werden.
Auf Grundlage der Rohstoffauswahl, der festgelegten Zusammensetzung, der empfohlenen Dosierung, unserer produktspezifischen Sicherheitsbewertung und der chargenbezogenen Analytik ist GlucoseCare bei bestimmungsgemäßer Anwendung ein sicheres Ergänzungsfuttermittel für Pferde.
Wie viel Berberin enthält GlucoseCare tatsächlich?
Dass Berberitzenwurzelpulver in der Zusammensetzung von GlucoseCare an erster Stelle steht, bedeutet lediglich, dass es der mengenmäßig größte einzelne Bestandteil der Kräutermischung ist. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, wie hoch der Berberingehalt im fertigen Produkt ist. Der Gehalt eines einzelnen sekundären Pflanzenstoffs kann nur durch eine konkrete Analyse bestimmt werden.
Deshalb wird der Berberingehalt von GlucoseCare für jede Produktionscharge im fertigen Produkt analysiert. Der Mittelwert aller bisher untersuchten Chargen liegt bei 254,6 mg Berberin pro Kilogramm GlucoseCare. Bei der empfohlenen Tagesmenge von 30 bis 50 g entspricht dies durchschnittlich etwa 7,6 bis 12,7 mg Berberin pro Tag.
Für eine besonders vorsichtige Einordnung betrachten wir zusätzlich nicht nur den Durchschnitt, sondern auch den bislang höchsten gemessenen Chargenwert von 659 mg/kg. Selbst bei diesem Höchstwert werden mit 30 bis 50 g GlucoseCare lediglich rund 19,8 bis maximal 33 mg Berberin täglich aufgenommen.
Aktuell werden teilweise rechnerische Orientierungsbereiche von 100 bis 200 mg Berberin als niedrigste mögliche Wirkungsbereiche beim 500-kg-Pferd diskutiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um wissenschaftlich validierte Grenzwerte für Pferde, sondern um Modellrechnungen aus Daten anderer Tierarten. Dennoch zeigt der Vergleich: Selbst die höchste tatsächlich gemessene Berberinmenge in GlucoseCare liegt deutlich unter diesen konservativ diskutierten Modellwerten.
Die Annahme, GlucoseCare müsse allein aufgrund der Position der Berberitzenwurzel in der Zusammensetzung automatisch sehr hohe oder bereits kritische Berberinmengen enthalten, wird durch die chargenbezogenen Analysen daher eindeutig widerlegt.
Fazit
Berberitzenwurzel ist ein pflanzlicher Rohstoff, der international in unterschiedlichen Formen in der Pferdefütterung eingesetzt wird. Dabei müssen Pulver aus der ganzen Wurzel, reine Wurzelrinde, konzentrierte Extrakte und isoliertes Berberin klar voneinander unterschieden werden.
In GlucoseCare verwenden wir kein isoliertes Berberin und keinen konzentrierten Berberitzenextrakt, sondern die getrocknete und vermahlene ganze Wurzel als Bestandteil einer Kräutermischung.
Für eine fundierte Beurteilung sind nicht pauschale Annahmen über eine Pflanze entscheidend, sondern der konkrete Rohstoff, seine Verarbeitung, die empfohlene Dosierung und die analytisch bestimmte Zusammensetzung des fertigen Futtermittels.






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