
Berberitzenwurzel in der Pferdefütterung: Inhaltsstoffe, Verwendung und Qualität
Die Gewöhnliche Berberitze, botanisch Berberis vulgaris, ist ein in Europa und Asien verbreiteter Strauch. Neben ihren roten Beeren enthalten auch Wurzel und Rinde verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Einer davon ist das gelbe Pflanzenalkaloid Berberin.
Berberitzenwurzel wird auch in pflanzlichen Ergänzungsfuttermitteln für Pferde eingesetzt. Für die Bewertung eines solchen Produktes reicht es jedoch nicht aus, nur auf den Namen der Pflanze oder ihre Position in der Zutatenliste zu schauen. Entscheidend ist vielmehr: Welcher Pflanzenteil wird verwendet, handelt es sich um ein Pulver oder einen konzentrierten Extrakt und wie viel Berberin nimmt das Pferd tatsächlich auf?

Berberitzenstrauch mit Früchten
Pflanzenpulver ist nicht dasselbe wie isoliertes Berberin
GlucoseCare enthält kein isoliertes Berberin, kein Berberin-Hydrochlorid und keinen konzentrierten Berberitzenextrakt. Das ist ein wichtiger Unterschied: Bei einem Extrakt können bestimmte Inhaltsstoffe gezielt herausgelöst und angereichert werden. Bei dem von uns eingesetzten Pflanzenpulver wird dagegen keine einzelne Verbindung gezielt extrahiert oder konzentriert. Auch innerhalb von Wurzelmaterial kann der Alkaloidgehalt abhängig vom jeweiligen Anteil von Rinde und Holz deutlich variieren.
Berberitzenwurzel in der nationalen und internationalen Pferdefütterung
Berberitzenbestandteile und Berberin werden international in unterschiedlichen Pferdeprodukten eingesetzt. Das Spektrum reicht von getrockneter Wurzel oder Rinde über Pflanzenextrakte bis hin zu konzentriertem Berberin-Hydrochlorid.
Ein in den USA angebotenes Ergänzungsfuttermittel enthält beispielsweise 660 mg Berberin-HCl pro Messlöffel. Der Hersteller empfiehlt für ein durchschnittlich etwa 450 kg schweres Pferd zwei Messlöffel täglich und damit insgesamt 1.320 mg Berberin-HCl pro Tag.
Ein Schweizer Hersteller führt Berberin ebenfalls als Inhaltsstoff eines Ergänzungsfuttermittels für Pferde. In Großbritannien wird getrocknete Berberitzenrinde für Pferde mit einer empfohlenen Tagesmenge von 5 g je 100 kg Körpergewicht angeboten, was bei einem 500-kg-Pferd 25 g Rinde täglich entspricht. Ein weiterer Anbieter aus den USA verkauft Berberitzenwurzel und -rinde als Pulver und setzt den Rohstoff auch innerhalb einer Kräutermischung ein.
Auch innerhalb der EU und auf dem deutschen Markt werden berberitzenhaltige Pferdeprodukte angeboten: Das in Belgien hergestellte Steady & Stable von Curafyt enthält 44.000 mg/kg Berberitzenkonzentrat (Berberis vulgaris), während Metabo’Light von Vital’Herbs Berberis mit Berberin als aktivem Pflanzenstoff aufführt. Darüber hinaus enthält das in Deutschland erhältliche NAF Easy Breathing Berberitzenrinde als Bestandteil seiner Kräutermischung.
Diese Beispiele zeigen, dass Berberitze und Berberin in der Pferdefütterung weder neu noch unbekannt sind. Die Marktpräsenz anderer Produkte ist für sich genommen jedoch kein Sicherheitsnachweis. Sie verdeutlicht vielmehr, wie unterschiedlich berberinhaltige Produkte zusammengesetzt sein können. Pflanzenpulver, Rinde, Konzentrat, Extrakt und Berberin-Hydrochlorid sind nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Für die Bewertung eines konkreten Futtermittels sind daher die verwendete Zubereitung, ihre tatsächliche Konzentration, die empfohlene Dosierung und die Kontrolle des fertigen Produktes entscheidend.
Warum wir den Berberingehalt analysieren
Der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen kann bei natürlichen Rohstoffen schwanken. Einfluss darauf haben beispielsweise Herkunft, Erntezeitpunkt, Wachstumsbedingungen und das Verhältnis von Wurzelholz zu Wurzelrinde.
Allgemeine Literaturwerte können deshalb nicht zuverlässig vorhersagen, wie viel Berberin ein konkreter Rohstoff oder ein fertiges Mischfuttermittel enthält. Aus diesem Grund wird der Berberingehalt jeder Produktionscharge von GlucoseCare im fertigen Produkt analytisch bestimmt.
In den bisher untersuchten Chargen wurden bei der empfohlenen Fütterungsmenge durchschnittlich etwa 8 bis 13 mg Berberin pro Pferd und Tag aufgenommen. Selbst bei der bisher höchsten gemessenen Konzentration waren es bei einem 500 kg schweren Pferd und maximaler Dosierung rund 33 mg pro Tag. Das entspricht etwa 0,066 mg Berberin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Was zeigen die Sicherheitsstudien?
In einer 90-tägigen Untersuchung von Yi et al (2013) erhielten Ratten täglich 156 mg reines Berberin pro Kilogramm Körpergewicht. Dabei wurden keine behandlungsbedingten klinischen Vergiftungszeichen oder toxikologisch relevanten Organschäden festgestellt. Die maximale Aufnahme aus GlucoseCare liegt mehr als 2.300-fach unter dieser untersuchten Dosis.
Um Unterschiede zwischen Tierarten und zwischen einzelnen Tieren zusätzlich zu berücksichtigen, schlägt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA bei der Übertragung toxikologischer Daten üblicherweise einen Unsicherheitsfaktor von 100 vor.
Diese Methodik gilt formal für die Bewertung von Futtermittelzusatzstoffen. Für GlucoseCare haben wir sie freiwillig als zusätzliche konservative Orientierung verwendet. Auch nach Anwendung dieses Faktors liegt die maximale Aufnahme aus GlucoseCare noch rund 24-fach unter der daraus abgeleiteten Vergleichsdosis. Dabei handelt es sich nicht um einen offiziell festgelegten Grenzwert für Pferde, sondern um eine zusätzliche wissenschaftliche Sicherheitsbetrachtung.
Studien an Pflanzenfressern
Besonders interessant ist eine Studie mit Saanen-Ziegen Ghavipanje et al. (2021), da es sich ebenfalls um große Pflanzenfresser handelt.
Die Tiere erhielten über etwa sechs Wochen täglich unterschiedliche Mengen Berberin-Hydrochlorid. Die höchste Dosierung entsprach ungefähr 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Diese Dosis lag rund 1.500-fach über der maximalen Aufnahme aus GlucoseCare. Trotz dieser deutlich höheren Menge wurde kein Sicherheitssignal beschrieben. Die Ziegen fraßen nicht schlechter. In den höheren Dosierungsgruppen stiegen vielmehr Futteraufnahme, Energieversorgung und Milchleistung.
Auch die untersuchten Leberwerte entwickelten sich nicht ungünstig, eher im Gegenteil. Die Aktivitäten der Leberenzyme ALT, AST und ALP waren teilweise niedriger, während Albumin und weitere von den Autoren verwendete Leberfunktionswerte höher lagen. Die Autoren werteten dies als Hinweis auf eine verbesserte Leberfunktion während der belastenden Übergangsphase rund um die Geburt. Auch Parameter der Energiebilanz und Insulinempfindlichkeit verbesserten sich.
Diese Ergebnisse lassen sich nicht unmittelbar auf Pferde übertragen und beweisen keine entsprechende Wirkung beim Pferd. Sie zeigen jedoch, dass ein großer Pflanzenfresser Berberin über mehrere Wochen in Dosierungen vertrug, die um ein Vielfaches über der Aufnahme aus GlucoseCare lagen.
Fazit
GlucoseCare enthält kein isoliertes oder angereichertes Berberin, sondern einen getrockneten und vermahlenen Berberitzenwurzel-Rohstoff als Bestandteil einer pflanzlichen Mischung. Es wird keine einzelne Verbindung gezielt extrahiert oder konzentriert.
Entscheidend für die Sicherheitsbewertung ist nicht die Position der Berberitzenwurzel in der Zusammensetzung, sondern die tatsächlich aufgenommene Berberinmenge. Diese wird für jede Produktionscharge analytisch kontrolliert. Selbst die bisher höchste ermittelte Aufnahme liegt:
- mehr als 2.300-fach unter der über 90 Tage ohne behandlungsbedingte toxikologische Schäden untersuchten Dosis,
- rund 1.500-fach unter der höchsten über sechs Wochen bei Ziegen eingesetzten Dosis
- und noch rund 24-fach unter einer unter Anwendung des EFSA-Unsicherheitsfaktors konservativ abgeleiteten Vergleichsdosis.
Auf Grundlage der konkret eingesetzten Rohstoffform, der festgelegten Rezeptur und Dosierung, unserer produktspezifischen Sicherheitsbewertung sowie der chargenbezogenen Kontrolle des tatsächlichen Berberingehalts ist GlucoseCare bei bestimmungsgemäßer Anwendung ein sicheres Ergänzungsfuttermittel für Pferde.
Quellen
- EFSA Panel on Additives and Products or Substances used in Animal Feed (FEEDAP), Rychen, G., Aquilina, G., Azimonti, G., Bampidis, V., Bastos, M. L., Bories, G., Chesson, A., Cocconcelli, P. S., Flachowsky, G., Gropp, J., Kolar, B., Kouba, M., López-Alonso, M., López Puente, S., Mantovani, A., Mayo, B., Ramos, F., Saarela, M., Villa, R. E., Wallace, R. J., & Wester, P. (2017). Guidance on the assessment of the safety of feed additives for the target species. EFSA Journal, 15(10), e05021. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2017.5021
- Ghavipanje, N., Fathi Nasri, M. H., Farhangfar, S. H., Ghiasi, S. E., & Vargas-Bello-Pérez, E. (2021). Regulation of nutritional metabolism in transition dairy goats: Energy balance, liver activity, and insulin resistance in response to berberine supplementation. Animals, 11(8), 2236. https://doi.org/10.3390/ani11082236
- Yi, J., Ye, X., Wang, D., He, K., Yang, Y., Liu, X., & Li, X. (2013). Safety evaluation of main alkaloids from Rhizoma Coptidis. Journal of Ethnopharmacology, 145(1), 303–310. https://doi.org/10.1016/j.jep.2012.10.062








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