
Sicherheit von Maytenus ilicifolia in der Pferdefütterung: Worauf es bei Qualität, Analytik und Dosierung ankommt
Maytenus ilicifolia, auch als Espinheira Santa bekannt und botanisch inzwischen häufig als Monteverdia ilicifolia bezeichnet, ist eine in Südamerika heimische Pflanze, die dort traditionell insbesondere bei Beschwerden des Verdauungssystems eingesetzt wird.
Auch in der Pferdefütterung wird die Pflanze zunehmend verwendet. Wie bei anderen pflanzlichen Futtermitteln hängt die Sicherheit nicht allein vom Namen der Pflanze ab. Entscheidend sind die tatsächliche Identität und Qualität des Rohstoffs, mögliche Verunreinigungen, die Konzentration der enthaltenen Pflanzenstoffe und die eingesetzte Dosierung. Da pflanzliche Rohstoffe zahlreiche biologisch aktive Inhaltsstoffe enthalten und ihre Zusammensetzung abhängig von Herkunft, Pflanzenteil, Ernte und Verarbeitung schwanken kann, sind eine eindeutige Identitätsprüfung, umfassende Schadstoffanalysen und eine kontrollierte Dosierung besonders wichtig.

Maytenus ilicifolia Blätter
Warum Art und Pflanzenteil entscheidend sind
Die Gattung Maytenus umfasst zahlreiche Arten, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung deutlich unterscheiden. Auch Blätter, Rinde und Wurzeln derselben Pflanze können unterschiedliche Pflanzenstoffe und Konzentrationen aufweisen. Erkenntnisse zu anderen Arten der Gattung, anderen Pflanzenteilen oder konzentrierten Extrakten lassen sich daher nicht pauschal auf die Blätter von Maytenus ilicifolia übertragen.
Teilweise werden aus Inhaltsstoffen anderer Maytenus-Arten, aus anderen Pflanzenteilen oder aus Untersuchungen mit isolierten beziehungsweise konzentrierten Pflanzenstoffen theoretische Risiken für die Verdauung des Pferdes abgeleitet. Solche mechanistischen Überlegungen belegen jedoch weder ein erhöhtes Risiko für Verdauungsstörungen noch einen ursächlichen oder statistischen Zusammenhang mit der Verwendung von Blättern von Maytenus ilicifolia.
Für GastricRelieve und GastricBasic verwenden wir ausschließlich Blätter von Maytenus ilicifolia. Es werden weder Wurzeln oder Wurzelrinde noch andere Arten der Gattung oder auf einzelne Pflanzenstoffe konzentrierte Extrakte eingesetzt. Diese Abgrenzung ist auch deshalb wichtig, weil mehrere der in Sicherheitsdiskussionen angeführten zytotoxischen oder neuroaktiven Pflanzenstoffe insbesondere aus Wurzeln, Wurzelrinde, isolierten Stofffraktionen oder anderen Arten der Gattung beschrieben wurden. Solche Befunde lassen sich nicht unmittelbar auf getrocknete Blätter von Maytenus ilicifolia übertragen. Entscheidend ist vielmehr, ob ein bestimmter Stoff im konkret verwendeten Blattmaterial tatsächlich vorkommt, in welcher Konzentration er enthalten ist und welche Menge bei der empfohlenen Dosierung aufgenommen wird. Für eine fundierte Sicherheitsbewertung sind daher die konkrete Pflanzenart, der verwendete Pflanzenteil, die Zusammensetzung der jeweiligen Charge und die Dosierung entscheidend.
Der von uns eingesetzte Rohstoff stammt direkt aus Südamerika und besteht ausschließlich aus getrocknetem Blattmaterial von Maytenus ilicifolia. Er ist vom Lieferanten für die Verwendung in Lebensmitteln beziehungsweise Kräutertees spezifiziert. Es handelt sich weder um einen konzentrierten Extrakt noch um ein auf einzelne Inhaltsstoffe angereichertes Produkt oder eine Mischung unterschiedlicher Pflanzenteile.
Auch die offizielle brasilianische ANVISA-Monografie behandelt nicht pauschal die gesamte Gattung Maytenus, sondern ausdrücklich das Blatt von Monteverdia ilicifolia beziehungsweise Maytenus ilicifolia. Beschrieben werden unter anderem getrocknete Blätter zur Zubereitung als Aufguss oder Abkochung für die orale Verwendung.
Darüber hinaus enthält die Brasilianische Pharmakopöe eine eigene Monografie für die Blätter der Espinheira Santa mit konkreten Anforderungen an Identität und Zusammensetzung des Blattmaterials. Das Blatt ist damit ein klar beschriebener und standardisierbarer Pflanzenrohstoff und nicht mit beliebigen Arten oder Pflanzenteilen der Gattung gleichzusetzen.
Umfassende Kontrolle jeder einzelnen Charge
Pflanzliche Rohstoffe können abhängig von Anbau, Ernte und Verarbeitung natürliche Schwankungen aufweisen. Außerdem können sie beispielsweise mit Pflanzenschutzmitteln, Schwermetallen oder versehentlich mitgeernteten Pflanzenbestandteilen belastet sein.
Der Maytenus-ilicifolia-Rohstoff für GastricRelieve und GastricBasic wird deshalb für jede einzelne Charge umfassend untersucht. Die chargenbezogenen Analysen umfassen unter anderem mehr als 600 unterschiedliche Pestizid- und Herbizidverbindungen, Schwermetalle, mikrobiologische Belastungen, Pyrrolizidinalkaloide sowie relevante sekundäre Pflanzenstoffe.
Dabei werden nicht nur mögliche Verunreinigungen kontrolliert. Auch die für die Zusammensetzung und Dosierung relevanten Pflanzenstoffe werden quantitativ analysiert. Nur Chargen, die unsere festgelegten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen, werden für die Herstellung unserer Produkte freigegeben.
Rechtliche Einordnung von Maytenus ilicifolia
Maytenus ilicifolia wird als pflanzliches Futtermittel-Ausgangserzeugnis und nicht als Futtermittelzusatzstoff eingesetzt. Futtermittel-Ausgangserzeugnisse durchlaufen kein individuelles Zulassungsverfahren wie zulassungspflichtige Futtermittelzusatzstoffe.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ohne Sicherheitsbewertung eingesetzt werden dürfen. Futtermittelunternehmen sind dafür verantwortlich, ausschließlich sichere Futtermittel in Verkehr zu bringen und unter anderem deren Rückverfolgbarkeit, Qualität und ordnungsgemäße Kennzeichnung sicherzustellen.
Die Sicherheit pflanzlicher Futtermittel wird daher, wie auch bei anderen Kräutern und Pflanzenbestandteilen, anhand der Rohstoffqualität, analytischen Untersuchung, Zusammensetzung, vorgesehenen Dosierung und verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse beurteilt.
Was zeigen die wissenschaftlichen Untersuchungen?
Die Sicherheit von Maytenus ilicifolia wurde in mehreren präklinischen und klinischen Untersuchungen geprüft. In den Studien von Oliveira et al. (1991), Tabach et al. (2017), Cunha-Laura et al. (2014) und Ecker et al. (2017) wurden unter den jeweiligen Untersuchungsbedingungen in den geprüften Endpunkten keine relevanten toxischen Effekte festgestellt. Dazu gehören Untersuchungen nach akuter und längerfristiger Verabreichung in verschiedenen Tiermodellen sowie eine klinische Phase-I-Studie mit gesunden Erwachsenen. Die Ergebnisse sprechen insgesamt für eine gute Verträglichkeit kontrollierter Maytenus-ilicifolia-Extrakte bei sachgemäßer Anwendung.
Danilevicz et al. (2024) untersuchten einen wässrigen Maytenus-ilicifolia-Extrakt und ausgewählte Pflanzenstoffe in präklinischen Modellen auf mögliche Wechselwirkungen sowie Effekte auf Leber- und Darmgewebe. In einem isolierten Lebergewebemodell wurden bei bestimmten Konzentrationen Veränderungen der Enzymaktivität festgestellt. Da der Extrakt dabei direkt mit isoliertem Gewebe in Kontakt gebracht wurde, lassen sich diese Ergebnisse nicht unmittelbar auf die orale Aufnahme durch ein Pferd übertragen. Aus dieser Studie lässt sich daher kein Sicherheitsrisiko bei bestimmungsgemäßer Fütterung ableiten, sie verdeutlicht jedoch die Bedeutung einer kontrollierten Dosierung und der quantitativen Analyse relevanter Pflanzenstoffe.
Bei GastricRelieve und GastricBasic werden die relevanten Pflanzenstoffe deshalb für jede Rohstoffcharge quantitativ untersucht. Zusammen mit der umfassenden Kontrolle auf mögliche Verunreinigungen bildet dies die Grundlage für die Sicherheit unserer Maytenus-Produkte.
Maytenus ilicifolia in der internationalen Pferdefütterung
Maytenus ilicifolia wird auch international bereits seit mehreren Jahren in Ergänzungsfuttermitteln für Pferde eingesetzt. In Großbritannien werden bereits seit 2018 Pferdefuttermittel mit Maytenus ilicifolia als mengenmäßig größten einzelnen Bestandteil vertrieben. Eines dieser Produkte ist Phyto-G, deren Rezeptur nach Herstellerangaben im Umfeld von Rennpferden in Newmarket entwickelt und von Tierärzten sowie Trainern eingesetzt.
Diese mehrjährige internationale Verwendung ist für sich genommen kein eigenständiger Sicherheitsnachweis. Sie zeigt jedoch, dass der Einsatz von Maytenus ilicifolia in der Pferdefütterung weder neu noch auf unsere Produkte beschränkt ist.
Die Sicherheit von GastricRelieve und GastricBasic leiten wir daher nicht aus der Marktpräsenz anderer Produkte ab, sondern aus der eindeutigen Auswahl von Maytenus-ilicifolia-Blättern, der festgelegten Dosierung sowie der umfassenden Kontrolle jeder einzelnen Rohstoffcharge.
Erfahrungen aus der Praxis
Neben der wissenschaftlichen Bewertung und der chargenbezogenen Analytik berücksichtigen wir auch die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung. GastricRelieve und GastricBasic werden bereits seit mehreren Jahren von zahlreichen Pferdehaltern eingesetzt und erhalten durchweg sehr positive Rückmeldungen.
Für unsere beiden Maytenus-ilicifolia-Produkte liegen im Juli 2026 insgesamt 118 Kundenbewertungen mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 4,98 von 5 Sternen vor.
Die Bewertungen spiegeln individuelle Praxiserfahrungen wider und ersetzen keine wissenschaftliche Sicherheitsbewertung. Sie ergänzen jedoch die wissenschaftlichen Erkenntnisse und unsere chargenbezogenen Kontrollen um die Erfahrungen zahlreicher Pferdehalter mit den konkreten Produkten über die letzten Jahre.
Fazit
GastricRelieve und GastricBasic sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung sichere Futtermittel für Pferde. Ihre Sicherheit beruht nicht allein auf der traditionellen Verwendung von Maytenus ilicifolia, sondern auf der gezielten Auswahl des Rohstoffs, der Kontrolle jeder einzelnen Charge, der quantitativen Analyse relevanter Pflanzenstoffe und einer festgelegten Dosierung.
Damit wird Maytenus ilicifolia bei uns nach denselben grundlegenden Maßstäben beurteilt, die für sichere pflanzliche Futtermittel entscheidend sind: kontrollierte Rohstoffqualität, umfassende Analytik und sachgemäße Dosierung.
Quellen
- Danilevicz, C., Krebs, C., et al. (2024). "Pharmacological evaluation of a traditional Brazilian medicinal plant, Monteverdia ilicifolia. Part I-Preclinical safety study." Journal of Ethnopharmacology, 324, 117806.
- Oliveira, M. G. M., Monteiro, M. G., Macaúbas, C., Barbosa, V. P., & Carlini, E. A. (1991). "Pharmacologic and toxicologic effects of two Maytenus species in laboratory animals." Journal of Ethnopharmacology, 34(1), 29-41.
- Tabach, R., Duarte-Almeida, J. M., Carlini, E. A. (2017). "Pharmacological and toxicological study of Maytenus ilicifolia leaf extract Part II—clinical study (phase I)." Phytotherapy Research, 31(6), 921-926.
- Cunha-Laura, A. L., Auharek, S. A., Oliveira, R. J., Siqueira, J. M., Vieira, M. C., Leite, V. S., & Portugal, L. C. (2014). "Effects of Maytenus ilicifolia on reproduction and embryo-fetal development in Wistar rats." Genetics and Molecular Research, 13(2), 3711-3720.
- Ecker, A., Loss, C. G., Adefegha, S. A., Boligon, A. A., & Roman, S. S. (2017). "Safety evaluation of supratherapeutic dose of Maytenus ilicifolia Mart. ex Reissek extracts on fertility and neurobehavioral status of male and pregnant rats." Regulatory Toxicology and Pharmacology, 90, 160–169.
- Agência Nacional de Vigilância Sanitária – ANVISA. „Monografia Monteverdia ilicifolia (Mart. ex Reissek) Biral, folium.“
- Agência Nacional de Vigilância Sanitária – ANVISA (2019). „Espinheira-santa, folha (Maytenus ilicifolia Mart. ex Reissek), PM039-00.“ In: Farmacopeia Brasileira, 6. Auflage. Brasília: ANVISA.
- Agência Nacional de Vigilância Sanitária – ANVISA (2026). „Monografia Monteverdia ilicifolia (Mart. ex Reissek) Biral, folium.“ Brasília: ANVISA.







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